germanblogs » bildungs blog » Bewerbungsunterlagen persönlich in der Firma vorbeibringen? Vor- [...]

bildungs blog » Beruf & Karriere

Beruf & Karriere

Bewerbungsunterlagen persönlich in der Firma vorbeibringen? Vor- und Nachteile

11. Januar 2012 | Von Leonie Mielke

Das Bedürfnis, sich bei der Bewerbung herausragend zu profilieren, ist groß und in Zeiten von Bewerbungstrainings und genau vorgegebenen Richtlinien für die Unterlagen auch schwer. Wäre es sinnvoll, die Bewerbungsunterlagen persönlich in der Firma vorbeizubringen?

Bewerbung, Yuri_Arcurs©istockphoto.com

Die Bewerbungsmappe persönlich in einem Unternehmen abzugeben, wirkt in jedem Fall verstärkend. Der springende Punkt ist, ob sich eine persönliche Vorstellung negativ oder positiv auf die Jobchancen auswirkt?

Erscheint der Bewerber als verzweifelter Langzeitarbeitsloser, der nun auch noch den Störenfried mimt und den Betrieb in seinen alltäglichen Abläufen stört oder handelt es sich um einen engagierten und interessierten Kandidaten, der sich schon frühzeitig einen ersten Eindruck verschaffen will?

Die Bewerbungsunterlagen persönlich abgeben? Eine Frage der Branche… .

Die Beantwortung der Frage ist in erster Linie von der Branche, dem Ort, der Größe und der Art, wie der Bewerber von der Stellenausschreibung erfahren hat, abhängig.

Bei Jobs, die in großen Unternehmen angesiedelt sind und für die der Kandidat einen akademischen Abschluss vorweisen muss, wird es in der Regel sehr unkonventionell wirken, die Bewerbungsunterlagen persönlich abzugeben. Zumal, da der Großteil dieser Unternehmen seine Standorte oftmals in Metropolen hat, und es merkwürdig aussehe, wenn ein Bewerber eine größere Reise lediglich zum Abgeben seiner Bewerbungsmappe unternehmen würde. Außerdem sind die Chancen in diesen Büros zum Chef vorzudringen denkbar gering.

Anders sieht die Lage in einer Kleinstadt bei einem mittelständischen Betrieb aus.

Dörfliche Gemeinschaft macht's möglich!

Fern oberflächlicher und schnelllebiger Unternehmensstrukturen, in der Welt der Kleinstädte und Dörfer, in denen sich die Menschen sowieso vom Sehen kennen oder zumindest gemeinsame Bekannte haben, kann das Vorbeibringen der Bewerbungsunterlagen besser punkten. Wohlgemerkt: Es kann, muss aber nicht! Es ist ebenso möglich, dass der Chef einen sehr stressigen Tag hat und nur die Arbeitszeit sieht, die ihm geraubt wird. Aber mit einem guten Bauchgefühl, etwas Glück und einem angenehmen Auftreten sollte es gelingen, einen positiven Eindruck zu machen.

Stellenanzeige im Internet oder Flurfunk?

Die Entscheidung, eine Bewerbung persönlich abzugeben oder per Post zu senden, sollte auch abhängig davon sein, wie der Interessent von dem Stellenangebot erfuhr. Hat der Arbeitssuchende die Stellenanzeige im Internet aufgetan? Heute sollten die meisten unter uns ja beispielsweise passende Jobs eher bei stepstone.de finden, als über Beziehungen oder vom Hörensagen. In erstem Fall ist von einer persönlichen Kontaktaufnahme eher abzuraten. Der formelle Weg sollte eingehalten werden.

Anders verhält es sich jedoch,  wenn der Bewerber die Informationen per Flurfunk erhielt und sowieso eine lose Verbindung zu dem begehrten Unternehmen besteht. In diesem Fall wirkt der persönliche Kontakt meist positiv verstärkend.



 | 
 | 
 | 

Keine Kommentare

  1. Bei uns hat im letzten Sommer eine junge Dame geklingelt und ihre Unterlagen abgegeben. Wir fanden sie alle auf Anhieb soooooo nett und sympathisch, dass für sie ein Ausbildungsplatz geschaffen wurde… Der Einsatz lohnt sich also schon. Klar, wenn man Pech hat, geht genau an diesem Tag in der Firma alles schief. Aber dann kann man immer noch ganz zackig die Bewerbungsunterlagen abgeben und verschwinden. Wir sind eine kleine Firma mit 10 Angestellten.

Kommentar schreiben